Gesundheit geht uns alle an

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagement BGM und zur Unterstützung der EPA-Kampagne «Gesundheit geht uns alle an», fand am 18. April 2024 ein Kolloquium für die Mitarbeitenden des BFS statt. Die Vorgesetzten konnten sich diesbezüglich bereits im Sommer und Herbst 2023 im BFS mit Kursen weiterbilden. Nun war das Kolloquium für alle Interessierten offen und ist auf grosses Interesse gestossen. 60 Mitarbeitende haben sich für diesen spannenden Input von eineinhalb Stunden eingeschrieben und dann auch engagiert mitgemacht. Danke für das Interesse!

Durch die Präsentation geführt hat Cristina Crotti, eine Expertin der Firma Conaptis, die in Zusammenarbeit mit dem Eidgenössischen Personalamt EPA diese Kurse entworfen hat. Im ersten Teil ging es darum, erste Grundkenntnisse zu psychischen Erkrankungen zu vermitteln und das Thema zu enttabuisieren. Dies erscheint als sehr wichtig: Cristina Crotti hat auf das OBSAN Bulletin 5/2017 verwiesen. Dort steht, dass jede zweite Person einmal in ihrem Leben von einer psychischen Erkrankung betroffen ist.

PERMA-Modell

Um die eigene psychische Gesundheit zu fördern, wurde das PERMA-Modell vorgestellt. PERMA steht in der positiven Psychologie für Positive Emotions, Engagement, Relationships, Meaning, Achievement/Accomplishment. Es soll helfen, eine positive Einstellung zu erlernen. Aus Zeitgründen konnten nicht alle Punkte vertieft werden. Jedoch strich Cristina Crotti die positiven Emotionen sowie auch die sozialen Kontakte heraus: diese können wir zu einem grossen Teil selbst beeinflussen oder mitgestalten. Und die gute Nachricht ist, dass man einen gesunden Optimismus auch lernen kann.

Als kleine Übung für den Alltag, um mehr positive Emotionen zu fördern, kann man sich beispielsweise immer am Ende des Tages drei positive Sachen aufschreiben. Dies können auch kleine Dinge sein. Wichtig ist, dass man neben den negativen Punkten, die erfahrungsgemäss automatisch viel Raum einnehmen, auch Raum schafft für die positiven Dinge, die täglich auch passieren.

Auch die Wichtigkeit der sozialen Beziehungen wurde betont: und auch dort kann Vieles von einem selbst beeinflusst werden.

Als Beispiel kann man sich fragen, vielleicht gerade in schwierigen Zeiten:

  • Auf welche Person(en) kann ich zählen und wer ist immer für mich da, wenn ich Hilfe brauche?
  • Wann hatte ich das letzte Mal Kontakt mit dieser Person oder diesen Personen, die mir offensichtlich guttun und für mich da sind?
  • Wäre es nicht mal wieder Zeit für ein Treffen (oder mindestens einen telefonischen Austausch) mit ihnen? Und warum nicht heute?  

Webapp «Etwas tun?!»

Auf der Webapp «Etwas tun?!» kann man seine mentale Gesundheit nicht nur mit Übungen stärken, sondern auch Tipps und Tricks für den Alltag finden. Reinschauen und Ausprobieren lohnt sich!

Was kann ich selbst tun?

  • Achtsam sein, veränderte Signale bei Kolleginnen und Kollegen wahrnehmen
  • Früh ansprechen, Sorge äussern
  • Offenes Ohr haben, Verständnis, Geduld und Empathie aufbringen
  • Nicht alles tolerieren, auf respektvollen Umgang beharren
  • Diskret bleiben
  • Anlaufstellen kennen und betroffenen Kolleginnen und Kollegen weitergeben
  • Sich selber Sorge tragen

Ich habe den Eindruck, dass dich etwas plagt. Ist es möglich, dass es dir nicht gut geht? Ich habe mehrmals an dich gedacht und mir auch ein wenig Sorgen gemacht.

Entschuldigung, ich wollte dich nicht verärgern. Ich habe mir schlicht und einfach Sorgen gemacht.

Wo sind meine Grenzen?

  • Wenn Sorge oder Belastung für die andere Person zu gross wird, selber Hilfe holen, (zeitlich) abgrenzen und die betroffene Person informieren
  • Problem nicht lösen wollen
  • Keine Diagnosen stellen
  • Bei Notfällen immer sofort Hilfe holen

Ich habe Verständnis für deine Situation. Es tut mir leid, dass du darunter leidest. Ich merke aber, dass mich das mehr mitnimmt als mir lieb ist. Ich kann dich nur gut unterstützen, wenn auch ich damit zurechtkomme. Deshalb rate ich dir, dass du dir nun auch professionelle Hilfe holst.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Hilfe benötige oder Fragen habe?

Die Führungskräfte sind in der Regel die erste Ansprechstelle. Im Rahmen der Fürsorgepflicht müssen sie erkennen, ob konkrete Massnahmen für die Gesundheit der Mitarbeitenden zu treffen sind.

Zur Beratung und Unterstützung stehen allen verschiedene Angebote zur Verfügung

Gibt es Kurse, in denen ich mich bezüglich (psychischer) Gesundheit weiterbilden kann?

  • Auf der Schulungsplattform  mit dem Stichwort «Gesundheit» oder konkret nach diesen Kursen suchen:
    • Gesund am Arbeitsplatz
    • Stressbewältigung
    • Gesundheit geht uns alle an – wir schauen zueinander (für Mitarbeitende / für Führungskräfte)
    • Neues Lernen und nachhaltig verankern
    • … Zusätzlich zu den Präsenzkursen gibt es im EPA zahlreiche webbased Trainings (WBT) zum individuellen Lernen.
  • Nutzen Sie die digitalen Lernangebote von GoodHabitz:  «Burnout bekämpfen», «glücklich im Job», «Achtsamkeit», «keine Angst vor Stress» usw.

Was nehmen wir mit aus dem Kolloquium?

  • Probleme mit der psychischen Gesundheit betreffen viel mehr Menschen, als man denkt.
  • Menschen mit psychischen Problemen arbeiten in der Regel, weshalb es gut möglich ist, im Arbeitsumfeld auf sie zu treffen.
  • Wir alle können helfen, indem wir aufmerksam sind, frühzeitig reagieren, ungewöhnliche Verhaltensweisen ansprechen und Verständnis zeigen.
  • PERMA ist eine Art Zauberformel für das Wohlbefinden (P: Positive Emotionen, E: Engagement, R: Beziehungen, M: Sinn, A: Erfüllung).
  • Optimismus lohnt sich und ist lernbar!
  • Man sollte seine eigenen Grenzen kennen und sich bei Bedarf frühzeitig Unterstützung holen.

Weitere Informationen:
Präsentation Gesundheit geht uns alle an – wir schauen zueinander
Présentation La santé est notre affaire – Prenons soin les uns des autres
Video Robert Waldinger: What makes a good life? Lessons from the longest study on happiness | TED Talk
Kontakt: Anita Roder, Gesundheitsverantwortliche BGM

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